Bärbel Möllmann

ohne Titel (Erinnerungen)

  • aus der Serie: Camera Obscura Wien, 2017
  • 30 x 40 cm
  • Piezo-Pigmentprint auf Papier
  • Editionsnummer: 7/5

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Mit der Edition ‚Camera Obscura Wien’ reagiert Bärbel Möllmann auf das Phänomen Handyfotografie und die schnelle und oberflächliche Verwertung von bildhafter Dokumentation von Realität. Es ist inzwischen zur kulturellen Praxis geworden, das eigene Erleben unverzüglich via Handy Schnappschuss mit der Welt zu teilen. Dabei ist ein virtuelles ‚Like‘ aus dem Off des Internet oft wichtiger, als das eigene Erleben vor Ort. Diese Teilhaben am kollektiven Bewusstsein, das allgegenwärtig verfügbare Heilmittel gegen die Einsamkeit, transportiert jedoch keine relevanten Inhalte, ist lediglich Mittel zum Zweck. Für ihre Aufnahmen verdunkelt Bärbel Möllmann die Zimmer einer Wohnung in Wien. Sie nutzt einen Vorhang, in dem eine Linse das Bild der Außenwelt auf die hinteren Wände projiziert. Totale Dunkelheit zwingt die Augen der Künstlerin zu geduldiger Aufmerksamkeit. Erst nach einigen Minuten ist sie im Stande, das Lichtbild zu erkennen und mit Hilfe einer Langzeitbelichtung aufzunehmen. Am Ende entsteht eine Addition von Bildern. Die Einrichtung der Wohnung vermischt sich untrennbar mit dem kopfstehenden Abbild der Stadtlandschaft, wie sie sich vor dem Fenster präsentiert. Als ob man zugleich in beide Richtungen blicken würde und dabei entscheiden kann, welchem Anblick die Aufmerksamkeit zugewandt ist, fesselt der Moment der Anschauung mit großer Unmittelbarkeit und der Drang, diesen Eindruck in die Welt zu posten, rückt in weite Ferne.

Beschreibung

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